Inside Wirecard — Bericht aus dem Untersuchungsausschuss

von links: Marcel Distl (FDP Bundestagskandidat im WK 266) - MdB Dr. Florian Toncar (FDP-Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss) - Viola Noack (FDP-Kreisvorsitzende im FDP-Kreisverband Ludwigsburg)

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Florian Toncar war auf Einladung des FDP-Kreisverbands in der Benninger Bürgerschenke zu Gast, um von seiner Tätigkeit als Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss zu berichten. Bundestagskandidat Marcel Distl unterstrich in seinem Grußwort die Notwendigkeit einer starken FDP-Regierungsbeteiligung, um die drängenden Probleme unserer Zeit zu lösen. 

Dr. Toncar arbeitete in seinem Vortrag von den Anfängen von Wirecard beginnend präzise die Vorgänge um das einstige deutsche Vorzeige-Unternehmen heraus, das mit dem größten Finanzbetrug der Bundesrepublik Geschichte schrieb. Weiterhin skizzierte er die weitreichenden Verfehlungen der Verantwortlichen. So habe die dem Bundesfinanzministerium unterstellte Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) auf konkrete und -wie wir heute wissen- weitgehend richtige Vorwürfe in der renommierten Financial Times nicht mit Ermittlungen bei Wirecard sondern mit einem Strafverfahren gegen den Journalisten reagiert, und damit dessen Recherchen massiv behindert. Gleichzeitig hätten die Wirtschaftsprüfer über Jahre nicht mit hinreichender Genauigkeit hingeschaut. Toncar klagte, „weder das von Olaf Scholz geleitete Bundesfinanzministerium (= BMF) noch die dem BMF unterstellte und für die Finanzaufsicht zuständige Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen haben den Wirecard-Skandal entdeckt oder zumindest das Schlimmste verhindert. Das Ende von Wirecard besiegelt hat stattdessen sauber recherchierender Journalismus.“ Mit Blick auf den Kanzlerkandidaten Olaf Scholz resümierte Toncar: „Auch wenn schlimme Fehler passiert sind, können diese nicht durch Ignorieren aus der Welt geschaffen werden“ und weiter: „Als jemand der den Anspruch erhebt, das Land zu regieren, hätte Scholz den Wirecard-Skandal schonungslos aufarbeiten müssen. Dies ist bis heute nicht geschehen“. Toncar schloss seinen Vortrag mit der Ankündigung, ein neuer Untersuchungsausschuss in der neuen Legislaturperiode hätte durchaus noch Arbeit zu erledigen.

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