Artikel getagged "Viola Noack"

Stefanie Knecht beim Ditzinger OB Makurath

v.l.: Bürgermeister Makurath, Stefanie Knecht, Viola Noack, Dr. Henning Wagner

v.l.: Bürgermeister Makurath, Stefanie Knecht, Viola Noack, Dr. Henning Wagner

FDP-Bundestagskandidatin Stefanie Knecht traf sich mit OB Michael Makurath zu einem Informationsgespräch über für Ditzingen wichtige Themen, wie den Verkehr, die Wohnsituation, auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingsunterbringung, und Bildung.

An dem offen und freundlich geführten Gespräch nahmen Pressesprecher Guido Braun und von der FDP die Ortsvorsitzende Viola Noack und Henning Wagner teil. Einig war sich die Runde, dass die Bürokratie Hoch- und Tiefbauvorhaben mittlerweile unnötig langwierig und teuer macht und auch andere Bereiche der Politik und der Wirtschaft durch im Einzelfall begründbare, aber in der Summe schädliche, umständliche Regeln beeinträchtigt. Stefanie Knecht hob hervor, dass die Freien Demokraten Zukunftsthemen voranbringen wollen wie chancengerechte Bildung, Digitalisierung, ein vernünftiges Einwanderungsgesetz sowie die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen. Es gelte, die Chancen zu sehen und mit Zuversicht die Herausforderungen anzugehen.

Stefanie Knecht in Hemmingen bei Bürgermeister Schäfer

Auch Routinebesuche müssen nicht langweilig sein. Und so war es, als die FDP-Bundestagskandidatin im Wahlkreis Ludwigsburg im schönen Hemminger Rathaus von Bürgermeister Thomas Schäfer empfangen wurde. Im Beisein von Barbara von Rotberg, FDP Gemeinderätin in Hemmingen, und Viola Noack, FDP Stadträtin in Korntal-Münchingen und Vorsitzende des FDP Ortsverbands Strohgäu, wurde es ein lebhaftes, interessantes Gespräch, in dem nicht nur die Finanzen und ihre Zukunft für Gemeinden wie Hemmingen eine Rolle spielten, sondern auch die Themen Bildung (ab Kleinkindalter) und Flüchtlinge (vor allem deren „Anschluss“-Unterbringung). Auch dabei geht es leider immer wieder um die Frage der Finanzierung. Stefanie Knecht machte ihre Position deutlich, bei der es darum geht, mehr Mittel vom Bund auch direkt an die Gemeinden weiterzuleiten. Erste Schritte in dieser Richtung sind mit der teilweisen Aufhebung des Kooperationsverbots aktuell getan. Da die Aufgaben der Gemeinden aber zunehmen, muss an dieser Stelle weiter gemacht werden. Zu diesem Thema gehört auch die Aufteilung der Steuereinnahmen (vor allem Einkommenssteuer) zwischen Bund, Länder und Gemeinden.

Das ideologiegetriebene Debakel in der Bildungspolitik, das inzwischen ja auch in Baden-Württemberg angekommen ist, wurde in Nordrhein-Westfalen von den Wählern mehrheitlich abgelehnt. Das Drama besteht aber darin, dass ganze Jahrgänge von Schülern an Experimenten teilnehmen mussten und noch müssen. Das ist sicher noch schlimmer als die verursachten Kosten …

Es war eine intensive Diskussion, in der Bürgermeister Schäfer die heutigen, vor allem aber die zu erwartenden, zukünftigen Probleme und Aufgaben für Hemmingen (was auch für andere Gemeinden gilt)sehr klar darstellte. Mit Stefanie Knecht und den andern anwesenden FDP-lern fand er dabei ein hohes Maß an Übereinstimmung. Stefanie Knecht betonte die Notwendigkeit, die Themen, die den Gemeinden vor Ort auf den Nägeln brennen, mehr als bisher nach Berlin zu tragen und den Abgeordneten und der Regierung immer und jederzeit klar zu machen, was „unten“ ankommt.

V.l.n.r.: Barbara von Rotberg (FDP-Geminderätin in Hemmingen), Stefanie Knecht, Viola Noack (Vorsitzende des FDP-Ortsverband Strohgäu), Bürgermeister Thomas Schäfer

V.l.n.r.: Barbara von Rotberg (FDP-Geminderätin in Hemmingen), Stefanie Knecht, Viola Noack (Vorsitzende des FDP-Ortsverband Strohgäu), Bürgermeister Thomas Schäfer

Kai Buschmann als Vorsitzender wiedergewählt – Flüchtlingskrise Thema des Abends

Die Freien Demokraten im Landkreis wählten am Freitag ihren Kreisvorstand neu. Kai Buschmann aus Remseck wurde mit 65 von 66 Stimmen als Kreisvorsitzender wiedergewählt. Die Flüchtlingskrise war das politische Thema der Veranstaltung. Die Freien Demokraten sagen klar: Keine Kommune im Kreis kann sich mehr ihrer Verantwortung entziehen, alle müssen Flüchtlinge aufnehmen.

Der neue Kreisvorstand der FDP: Von links nach rechts: Dr. Lukas Braun (Schriftführer), Roland Zitzmann (stellv. Vorsitzender), Stefanie Knecht (stellv. Vorsitzende), Viola Noack (stellv. Vorsitzende), Kai Buschmann (Vorsitzender), Dr. Dieter Baumgärtner (stellv. Vorsitzender) und Björn Vetter (Pressesprecher)

Der neue Kreisvorstand der FDP: Von links nach rechts: Dr. Lukas Braun (Schriftführer), Roland Zitzmann (stellv. Vorsitzender), Stefanie Knecht (stellv. Vorsitzende), Viola Noack (stellv. Vorsitzende), Kai Buschmann (Vorsitzender), Dr. Dieter Baumgärtner (stellv. Vorsitzender) und Björn Vetter (Pressesprecher)

Der Rechenschaftsbericht von Kai Buschmann war ein Blick zurück auf die vergangenen zwei Jahre, in denen die Kommunalwahlen 2014 unter schwierigen Bedingungen für die FDP gemeistert wurden. „6,0 Prozent bei der Kreistagswahl war unten den Rahmenbedingungen des FDP-Ausscheidens aus dem Bundestag ein respektables Ergebnis“, so Buschmann. Vor allem richtete er den Blick aber nach vorne auf die Landtagswahl und sieht die FDP im Kreis mit ihren Landtagskandidaten Stefanie Knecht (Ludwigsburg), Roland Zitzmann (Vaihingen) und Dr. Dieter Baumgärtner (Bietigheim-Bissingen) gut aufgestellt. „Die FDP wird im Landtag als aktive Oppositionspartei wahrgenommen, die die Finger in die Wunden legt, aber bei Sachfragen auch Brücken über die politischen Blöcke schlägt. Gerade die FDP-Initiativen zum Schulfrieden in Baden-Württemberg und zur gemeinsamen Bewältigung der Flüchtlingskrise seien hier wichtig.

Buschmann dankte den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis für ihren Einsatz für die Flüchtlinge und forderte eine klare Priorisierung: „Es geht zunächst um Menschen in Not aus Kriegsgebieten. Für diese Menschen müssen wir da sein und ein Herz haben. Ich möchte da nicht sofort und reflexartig das „Ja-aber“ hören: Ja-aber Wirtschaftsflüchtlinge, ja-aber Kriminalitätsanstieg, ja-aber Andere Kulturen. Wer hier ohne Luft zu holen „ja-aber“ schreit, wird Deutschlands Verantwortung in der Welt und gegenüber den Flüchtlingen nicht gerecht.“ Das „ja-aber“ muss kommen, aber mit Abstand und an zweiter Stelle: Die FDP fordere seit 10 Jahren ein Einwanderungsgesetz für Deutschland, um die Personengruppen klar zu trennen. Flüchtlinge und politisch Verfolgte seien die eine Gruppe, Menschen, die ihre wirtschaftliche Lage durch Migration nach Deutschland verbessern wollten, die andere. Letztere müssten sich einem Einwanderungsgesetz nach deutschen Interessen unterwerfen. „Da geht es natürlich nach den Bedürfnissen des deutschen Arbeitsmarktes. Ich hoffe, die CDU gibt endlich ihren Widerstand gegen ein Einwanderungsgesetz auf“, so Buschmann. Umgekehrt müsse sich die grün-geführte Landesregierung hinter das Konzept der „sicheren Herkunftsländer“ der EU-Beitrittskandidaten auf dem Balkan stellen, um die Asylverfahren deutlich zu beschleunigen. Bezüglich der Städte und Gemeinden im Landkreis fordert die FDP, dass jetzt alle ran müssten: „Ungefähr zehn von 39 nehmen bisher keine Flüchtlinge auf. Ein Verschanzen und Verzögern mit Baurechtsargumenten gibt es nicht mehr. Es müssen alle solidarisch handeln.“

Die Freien Demokraten fordern, dass die Fehler der alten Ausländerpolitik nicht wiederholt werden dürfen: Das Erlernen der deutschen Sprache, die Integration auf dem Arbeitsmarkt und die Akzeptanz unserer Grundwerte müssen schnell ermöglicht und eingefordert werden. Hier sprach Kai Buschmann vom „dezenten deutschen Selbstbewusstsein“: „Ich mag den Begriff der deutschen Leitkultur nicht, denn mir ist es egal, ob jemand Schweinefleisch isst oder nicht. Aber die Anerkennung der Werte unseres Grundgesetzes fordere ich ein.“ Dies bezog er insbesondere auch auf das Geschlechterverhältnis: Wenn häufig nur syrische Männer die Sprachkurse besuchten und sich oftmals weigerten neben Frauen die Kursbank zu drücken, dürfe man dies nicht dauerhaft hinnehmen. „Hier muss übergangsweise ein Programm von Sprachkursen von Frauen für Frauen her, damit die Frauen langfristig in Deutschland aus diesem traditionellen Rollenmuster herauskommen.“

Die anschließenden Neuwahlen des Kreisvorstandes erbrachten bei großer Einmütigkeit folgendes Ergebnis: Kreisvorsitzender: Kai Buschmann (Remseck), Stellvertreter: Viola Noack (Korntal-Münchingen), Roland Zitzmann (Vaihingen), Stefanie Knecht (Ludwigsburg) und Dr. Dieter Baumgärtner (Bietigheim-Bissingen), Kreisgeschäftsführerin: Nora Jordan-Weinberg (Ludwigsburg), Schatzmeister: Hanspeter Gramespacher (Ludwigsburg), Schriftführer: Dr. Lukas Braun (Vaihingen), Pressesprecher: Björn Vetter (Vaihingen), Beisitzer: Stefan Baumann (Bietigheim-Bissingen), Marcus Klenk (Vaihingen), Jürgen Appich (Gemmrigheim), Imke Dröscher (Besigheim), Vertreter der Kreistagsfraktion: Johann Heer (Ludwigsburg), Vertreterin der Jungen Liberalen: Janina Zitzmann (Vaihingen).

Patrick Meinhardt MdB zu Gast beim 30. Heringsessen in Hemmingen

width=550

(Hemmingen) Auch zum 30. Jubiläum des traditionellen Heringsessens am Aschermittwoch konnte der ehemalige Hemminger Gemeinderat Rolf Hack eine große Zahl interessierter Gäste begrüßen, darunter Bürgermeister Thomas Schäfer (Hemmingen) und den Bürgermeister von Ingersheim, Volker Godel und zuallererst den Referenten des Abends, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Innovation, Gesellschaft und Kultur und bildungspolitischen Sprecher der FDP Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt MdB.

Meinhardt stellte seinen Vortrag unter das Thema Bildungspolitik, bundes-, aber auch landesweit. Gerade im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen im Bildungsbereich in Baden-Württemberg müsse die Opposition im Land achtsam sein. Wer glaube, die grün-rote Landesregierung wolle mit der Gemeinschaftsschule nur eine weitere Schulart hinzufügen, liege falsch. Es sei in der Debatte zum Thema im Landtag deutlich erkennbar geworden, dass die Koalition das Ende des Gymnasiums in der derzeitigen Form anstrebe. Es sei an der Opposition und zuallererst an den Liberalen, die Menschen im Land auf diesen Umstand hinzuweisen.

Meinhardt warnte weiter vor der Gefahr, die diese Bildungspolitik mit sich bringe. Baden-Württemberg habe über Jahrzehnte einen Spitzenplatz bundesweit mit seiner Bildungspolitik inne gehabt. Die derzeitige Regierung tue alles dafür, dass dies sich in den nächsten Jahren ändere, eine fallende Tendenz sei bereits erkennbar. „Die Regierung legt die Axt an unser Schulsystem“, rief Meinhardt den Gästen zu. Auf kommunaler Ebene solle sich deshalb auch Widerstand formieren. Es benötige jeden Einzelnen, um der desaströsen Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Meinhardt überraschte das Publikum jedoch auch mit schockierenden Zahlen. So habe eine Studie zu Tage gebracht, dass in Deutschland 7,5 Millionen funktionale Analphabeten lebten, darunter gar eine Million Abiturienten. Dies sei eine erschreckende Zahl, gerade auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Solides Lesen und Schreiben sei eine Grundvoraussetzung für jeden Bürger und daher sei dieser Zustand keinesfalls tolerierbar. Hier seien alle Teile der Gesellschaft gefordert, diesem kritischen Zustand zu begegnen. Vor allem das berufliche Schulsystem dürfe keinen Schaden nehmen, schließlich sei es das Rückgrat des Baden-Württembergischen Schulsystems und eines der am meisten geschätzten Systeme weltweit.

Zuletzt zog Meinhardt Sachsen als Musterbeispiel für eine gelungene Bildungspolitik heran. Unscheinbar von allen großen Diskussionen um Bildung in den führenden Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern und den Schlusslichtern Bremen und Mecklenburg-Vorpommern, habe Sachsen sich als Bildungsstandort etabliert. Sachsen habe nicht nur geschaut, was andere Länder besser machten, sondern ebenfalls Ideen entwickelt, wie man deren hohe Standards noch weiter verbessern könnte. Im Ergebnis sei Sachsen über die Jahre nun in die Spitzengruppe der Bundesländer aufgerückt. Dazu habe auch die von den Liberalen mitregierte Koalition beigetragen. Alle Länder sollten sich an Sachsen ein Beispiel nehmen.

Abschließend sagte Meinhardt, dass die Bürger sich auch weiter auf die FDP in der Bundesregierung verlassen können, so zeige die Arbeit viele Erfolge. Es gelte nun, diese Leistungen deutlicher sichtbar in der Öffentlichkeit darzustellen.

Nach anschließender umfangreicher Diskussion dankte die Vorsitzende des Ortsverbands, Viola Noack, dem Referenten sehr herzlich für seine Ausführungen und lobte vor allem seine Sachlichkeit und Sachkompetenz.

Michael Ungerer

Pressesprecher

70. Geburtstag von Dr. Wolfgang Weng – „Personifiziertes Stadtmarketing“

(v.l.) Dirk Niebel, Dr. Wolfgang Weng, Claudia Weng und Rainer Brüderle

(Gerlingen) Der diesjährige Neujahrsempfang der FDP Ludwigsburg am 6.1.2013 wurde gemeinsam mit den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des liberalen Ehrenvorsitzenden Dr. Wolfgang Weng und prominenten Gästen aus Politik und Wirtschaft in der Gerlinger Jahnhalle begangen. Georg Brenner, Bürgermeister aus Gerlingen, würdigte in seinem Grußwort Dr. Weng als das „personifizierte Stadtmarketing“, da der Politiker bei all seinen Aktivitäten stets darauf geachtet habe, seinen Namen mit dem Heimatort zu verknüpfen. Ein Beweisstück liegt in Form einer Stimmkarte des Deutschen Bundestages im Gerlinger Stadtmuseum. Sowohl in der Kommunalpolitik, wie auch als Bundes- und Landtagsabgeordneter prägte der promovierte Apotheker die Politik der 80er und 90er Jahre entscheidend mit. „Wir Liberale entziehen uns nicht der Verantwortung, wenn wir gebraucht werden.“, so Dr. Weng in seiner Begrüßungsrede an die prominent besetzte Festgesellschaft, in der sich sein bemerkenswerter Lebenslauf widerspiegelt.

Als Hauptredner durften die Liberalen Rainer Brüderle begrüßen, der mit seinem mitreißenden Plädoyer für den Wert der Europäischen Union die Gäste begeisterte: „Europa bedeutet Einheit in Vielfalt, zusammengehalten durch einen stabilen ordnungspolitischen Rahmen.“ Der FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende kritisierte, dass Deutschland durch den Bruch des Stabilitätspaktes 2003, unter der damaligen Rot-Grünen Bundesregierung, für die aktuelle Instabilität innerhalb der EU mitverantwortlich sei: „Die Spielregeln müssen eingehalten werden, sonst geht das Vertrauen der Europäischen Partner ineinander verloren.“Mit Sorge nehme Brüderle eine europaskeptische Stimmung in Ländern, wie Frankreich, Italien oder Großbritannien wahr. Die Liberalen würden auch künftig ihren Beitrag für ein starkes Europa leisten.

 

Prominente Gäste: Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Hermann Otto Solms mit Bundestagskandidat Christian Meyer (WK Neckar-Zaber)

Für das Rahmenprogramm sorgte die Jugendmusikschule Gerlingen. Grußworte hielten Dirk Niebel MdB, der Dr. Weng „Verlässlichkeit als Geschäftsgrundlage“ attestierte. Der Vorsitzende des FDP Bezirksverbandes Hartfrid Wolff MdB charakterisierte den Ehrenvorsitzenden seines Verbandes als einen „Mann, der die Klarheit und Offenheit liebt“ und lobte dessen Fähigkeiten als klugen Strategen. Auch Kai Buschmann, Vorsitzender der FDP-Regionalratsfraktion, beschrieb seinen Vorstandskollegen als einen Politiker, „der die Dinge zu Ende denkt und sich nicht mit oberflächlichen Angeboten zufrieden gibt“. Die Christdemokraten Steffen Bilger MdB und EU-Kommissar Günther Oettinger appellierten an den Kampfeswillen der Liberalen sich aus dem Umfragetief zu befreien. „Deutschland braucht die FDP“, so Oettinger, der aus einem liberalen Elternhaus stammt und in seiner Jugend noch Plakate für die Freien Demokraten geklebt hat. Weitere Grußworte hielten Viola Noack, als gastgebende Ortsvorsitzende, Irene Ritter für den Verband Liberaler Männer (LiMiD) und Roland Kohn von der Vereinigung ehemaliger MdB und MdEP.

Rouven Süpfle
Kreispressesprecher

Christian Lindner MdL: „Das ist meine FDP!“

Die FDP Gerlingen wird 40 Jahre – Der FDP Ortsverband Strohgäu 39 Jahre – Der Jahrgang 1942 feiert 70 Jahre

Christian Lindner MdL

Christian Lindner MdL

(Gerlingen) Beim großen Empfang im bis auf den letzten Platz besetzten Ratssaal des Gerlinger Rathauses konnten die Liberalen am 15. November 2012 zahlreiche Freunde jeglicher politischer Färbung begrüßen. Georg Brenner, der Bürgermeister der Stadt Gerlingen, begrüßte als Hausherr die Gäste, allen voran die vier Jubilare Gerhard Lederer, Paul Stuhlmüller, Dr. Wolfgang Weng und Peter Zydel und übergab an den Hauptredner des Abends, Christian Lindner MdL, den Landesvorsitzenden der FDP Nordrhein-Westfalen und ehemaligen Generalsekretär der FDP.

Christian Lindner stellte die vier Jubilare der FDP Gerlingen Gerhard Lederer, Paul Stuhlmüller, Dr. Wolfgang Weng und Peter Zydel als Menschen aus der Mitte der Gesellschaft vor, die für die Mitte der Gesellschaft tätig seien, als „Profis aus der Praxis, in der Gesellschaft verwurzelte Personen“. Denn gerade die Mitte der Gesellschaft brauche die FDP. Der Erfolg des Landes stehe auf dem Spiel, da Sozialdemokraten und Grüne sich von der Agenda 2010 verabschiedet hätten. Gerade auch das Beklatschen des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl in Frankreich von den linken Parteien in Deutschland, dem nun Katerstimmung gefolgt sei, zeige deutlich, dass der Kurs der Mitte und nicht links der Mitte gut für ein Land sei.

Christian Lindner MdLKonkret sprach Christian Lindner in seiner mitreißenden Rede drei Politikfelder an:

  1. Stabilität unserer Währung und Europas: In den letzten Jahren seien die privaten und öffentlichen Finanzen in obszöner Art und Weise verschränkt worden. Es gäbe derzeit zwei Souveräne: Die Gläubiger des Staates und den Bürger. Der Staat müsse aus den Fängen der Kapitalmärkte befreit werden. Obwohl es massive Steuermehreinnahmen in Deutschland gäbe, auch hier in Baden-Württemberg, machten die Landesregierungen weiter Schulden. „Dies ist keine fiskalische Frage, sondern eine kulturelle. Der Staat hat nicht zu geringe Einnahmen, der Bürger will zuviel vom Staat. Der Staat muss aber mit dem Geld auskommen, das er einnimmt.“, so Lindner weiter. 75 Mio. Menschen seien in Deutschland betroffen von steigenden Sozialabgaben oder der kalten Progression. Diese hätten in den letzten Jahren keine Verbesserung der Lebenssituation erfahren. Die Vermögenden hätten profitiert, die Schwächeren auch, gerade durch die Agenda 2010, laut Vermögensbericht. „Die FDP macht sich Sorgen um die 75 Mio. Menschen, die auf der Stelle treten, die sich abgekoppelt fühlen.“
  2. Der Kanzlerkandidat der SPD habe nur die Erhöhung des Spitzensteuersatzes im Sinn, was er wohl auch von Frankreich abgeschaut habe. Dass aber ein Monteur am Band der großen Automobilbauer nach höchstem IG-Metalltarif eingestuft, schon den Spitzensteuersatz zahlt, das interessiere Peer Steinbrück nicht. „Ist ein nach Tarif Entlohnter schon reich?“, fragte Lindner. Diese Einstellung sei weit von jeglicher Lebensrealität entfernt. FDP muss sich um solche populistischen Dinge kümmern. Lindner weiter: „Ich gönne Steinbrück jeden Euro. Es ist mir wichtiger, was er sagt. Im Jahr 2001 war ich schon in NRW mit ihm im Landtag, Steinbrück damals Finanzminister. Beim Antrag der FDP zum Verkauf der WestLB poltere er von ‚Kapitalismus reinster Art und der Verscherbelung von Tafelsilber’. Heute hat NRW wegen der WestLB 18 Mrd. Euro Schulden mehr, damals hätten wir für die Bank noch Geld bekommen!“
  3. Bildung: Lindner äußerte sich voller Sorge darüber, wie die Weichen derzeit in der Bildungspolitik gestellt werden. Die grüne Agenda in Baden-Württemberg und NRW wolle die Idee der Gleichheit durchsetzen. Die FDP fordere Chancengerechtigkeit! In Baden-Württemberg werde die beliebteste Schulform eingeschränkt, das Gymnasium. Diese sollen unattraktiv gemacht werden. Einheitsschulmodelle sind in der Mitte der Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Folge sei, dass die Eltern jeden Euro zusammenkratzten und ihre Kinder auf Privatschulen schickten. Lindner erinnerte auch daran, dass die CDU mit dabei war, in NRW das Gymnasium auszuhöhlen, ebenso in Hamburg. Deutschland brauche aber ein begabungsförderndes Bildungssystem und keine Einheitsschulen.

Christian Lindner MdLAuf die Situation der FDP in der Wahrnehmung hin gefragt, antwortete Lindner, dass er kein politisch-programmatisches Defizit bei der FDP sähe. Die FDP hat sich seit 2009 in der Wahrnehmung verändert. Das Problem liege zu einem Teil bei der FDP, was ihn optimistisch stimme, denn da sei Veränderung möglich. Er mache sich auch keine Sorgen für Landtagswahlen. Er lese die Reden seines Kollegen Dr. Hans-Ulrich Rülke, der die wirkliche Oppositionsarbeit in Baden-Württemberg machen würde. Die große Aufgabe sei, wieder so aufzutreten, dass die Menschen sagen: „Das ist meine FDP!“

Auch die Vorsitzende des Ortsverbands Strohgäu, Viola Noack und Ev Bartolitius, die langjährige Chefin der FDP Gerlingen, kamen zu Wort, ebenso Dr. Wolfgang Weng, der zahlreiche Gäste namentlich begrüßte, darunter die Bundestagsabgeordneten Judith Skudelny und Prof. Dr. Erik Schweikert, ebenso den Bundestagskandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg Alexander Deicke, wie Jens Brandenburg, ebenso Bundestagskandidat und Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, aber auch Gemeinderäte von der örtlichen CDU Andi Lederer, Rudolf Sickinger, Irmgard Schopf, Karl Grob und Gabriele Badenhausen, wie Brigitte Fink von der SPD.

Christian Lindner MdL

Christian Lindner trägt sich ins goldene Buch der Stadt ein

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war, dass die Jubilare über ihre Zeit bei der FDP sprachen:

Paul Stuhlmüller erzählte, wie er 1968 in den Gehenbühl zugezogen und über Herrn Sperandio zur FDP gekommen sei. So gründeten die Ehepaare Sperandio und Stuhlmüller, Dr. Reinhard Ley, Wolfgang Rietdorf und Hans Rieger 1972 den FDP Ortsverband Gerlingen und im Februar 1973 den Ortsverband Strohgäu. Stuhlmüller ist seitdem dessen Schatzmeister.

Gerhard Lederer war 1974 Mitglied geworden und bis 1999 Stadtrat. Das größte Projekt war in seiner Zeit der Bau der Stadtbahn, die 20 Mio. DM gekostet hatte.

Peter Zydel, seit 1999 im Gemeinderat, berichtete, dass schon 2004 der Stimmenanteil verdreifacht werden, so dass Cornelia Popp einen zweiten Sitz erringen konnte. 2009 hätte er mit einem drittem Platz gerechnet, der aber knapp verfehlt worden sei. Er dankte Heide Schweizer für ihre 15-jährige Tätigkeit als Ortsvorsitzende, ebenso Evmarie Bartolitus.

Dr. Wolfgang Weng hatte bei der Gemeinderatswahl 1975 Platz 1 in der FDP erreicht und war somit gewählt. 1980 konnte man die Mandatszahl verdoppeln. 1983 schied Weng aus, da er ein Bundestagsmandat errungen hatte.

 

Alexander Schopf | Kreispressesprecher