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Artikel des Ortsverbands

Stromwirtschaft, Windenergie, Biogutvergärung

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Allgemein | 14. Dezember 2015

Auch vor dem Hintergrund der geplanten Biogutvergärungsanlage veranstaltete vergangene Woche die FDP in Bietigheim-Bissingen, zusammen mit dem Kreisverband, einen Abend zum Thema Energie, der auch zahlreich erschienene Gäste interessierte. Referenten waren Judith Skudelny, Rechtsanwältin und Generalsekretärin der FDP Baden-Württemberg, Kai Buschmann, Vorsitzender der Regionalfraktion, Kreisvorsitzender der FDP und Dr. Dieter Baumgärtner, Stadtrat und Landtagskandidat im Wahlkreis 14.

Frau Skudelny erläuterte Vor-und Nachteile von Photovoltaik- und Windkraftanlagen.“Es genügt nicht, den Strom nur zu produzieren, man muß ihn auch zu den Verbrauchern bringen. Ohne Stromspeicher und Stromtrassen wird das nicht funktionieren“. Die Windkraftanlagen in Norddeutschland produzieren Strom, der im Süden der Republik nicht ankommt, da Trassen und Speicher fehlen. „Die sogenannte Energiewende ist nur auf europäischer Ebene zu bewältigen“. Deutschland hatte mal ein stabiles Netz, das jetzt oftmals instabil ist. Stromnetze in anderen europäischen Ländern kommen damit teils nicht zurecht. Nicht nur für unsere Industrie und den Erhalt von Arbeitsplätzen sollte unser Strom bezahlbar bleiben, auch ohne Dauersubventionen. „Kein Aktionismus bei der Energiewende, zuerst mehr Geld in die Energieforschung und den Ausbau der Netze – und vor allem eine europäische Lösung. Denn nur so kommen Energiewende und bezahlbarer Strom zusammen“, schloß Judith Skudelny.

Kai Buschmann setze sich in seinem Vortrag mit den (schwachen) Potenzialen der erneuerbaren Energien in der Region Stuttgart auseinander. Tiefengeothermie? – Häusersenkungen und Risse in Bauten wie nach Erdbeben. Windkraft? „Baden-Württemberg ist das windschwächste der 16 Bundesländer, die Region Stuttgart die windschwächste Region innerhalb des windschwächsten Bundeslandes – und der Landkreis Ludwigsburg mit Böblingen der windschwächste Kreis innerhalb der windschwächsten Region innerhalb des windschwächsten Bundeslandes“. Somit macht es wenig Sinn, hier forciert Windräder aufzustellen. „Erneuerbare Energien,die noch Potential haben, sind Photovoltaik, Solarenergie und Wasserkraft“, so der Regionalrat. Mehr Sonnentage und fortschreitende technische Entwicklung werden mehr Strom erzeugen, nicht nur auf Dächern, sondern auch an Fassaden und Fenstern, ebenso entlang an Schienen und Autobahnen. Vision: „Sonnenenergie wird an der Hausfassade und auf dem Dach in elektrische Energie umgewandelt, die im Keller gespeichert wird, um nachts nicht nur das Elektroauto aufzuladen“.

Zur Verarbeitung von „Biogut“ in Bietigheim-Bissingen sind viele Fragen nicht abschließend geklärt. Kai Buschmann: „Die geplante Biogutvergärungsanlage ist unter den Aspekten der Rentabilität, Nachhaltigkeit und bezüglich der Verwendung des durch Fremdstoffe belasteten Endprodukts problematisch und muß sehr kritisch geprüft werden“. Dr. Dieter Baumgärtner erläuterte im Anschluß, warum die FDP im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat die Vorlage zur Biogutvergärungsanlage ablehnte. „Wir haben mit Hilfe des Kreisverbands und des FDP-Landtagsabgeordneten Glück eine kleine Anfrage an die Landesregierung zur Biogutvergärung initiiert“. Eine Antwort könnte bis Mitte Dezember vorliegen. Es geht um gesundheitliche Schäden durch Störstoffanteile, die vom Endprodukt auf die Felder und in die Nahrungskette gelangen können. Auch wirtschaftliche Fragen sind enorm wichtig. Wenn die Störstoffanteile aus dem „Biogut“ aufwendig entfernt werden müßten, wie sehr verteuert sich dadurch das Endprodukt? Gibt es für den erzeugten „Biodünger“ überhaupt genügend Abnehmer am Markt? Was geschieht, wenn die Stadtwerke auf dem Produkt sitzen bleiben, weil Landwirte sagen, dieser „Dünger“ kommt nicht auf meine Felder? Die Betreiberin, die Stadtwerke BB – und damit die Stadt Bietigheim-Bissingen – tragen das wirtschaftliche Risiko alleine. Der Landkreis Ludwigsburg hat sich bereits aus der Verantwortung verabschiedet.Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die ganze Anfrage finden Sie auf facebook und unter www.fdp-bibi.de.

Bundestagskandidat Christan Meyer ist neuer Stellvertretender Kreisvorsitzender

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Allgemein | 1. Dezember 2012

v.l.: Christian Meyer, Lina Wagner, Alexander Schopf, Rouven Süpfle, Paul Stuhlmüller und Dr. Rainer Kurr

Bei der Mitgliederversammlung des FDP Kreisverbands Ludwigsburg standen am Freitag, den 30. November 2012 Nachwahlen an, bei denen Bundestagskandidat Christian Meyer (Wahlkreis Neckar-Zaber) zum Stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt wurde. Der Kraftwerksbauer kritisierte in seiner Bewerbungsrede insbesondere die Finanzpolitik der Bundesregierung. „Die Politik darf den Banken nicht die Macht geben, sie als systemrelevant zu bezeichnen.“, so Meyer. Banken seien nicht unentbehrlicher für das System, wie Wasserwerke oder Handwerksbetriebe auch, führte der zweifache Familienvater seine Argumentation weiter aus. Eine weitere Personaländerung gab es auf dem Posten des Kreisschatzmeisters, den ab sofort Dr. Rainer Kurr als Nachfolger von Fortunato A. Bergamotto übernimmt. Das Amt des Kreispressesprechers wird künftig Rouven Süpfle bekleiden, der dem langjährigen Pressesprecher Alexander Schopf nachfolgt, der sich auf seine Promotion konzentrieren wird. Für den 26-jährigen Realschullehramtsstudenten, der zuvor Beisitzer für die Jungen Liberalen war, rückt Lina Wagner, als Vertretung des politischen Nachwuchses, in den Vorstand auf. Der Kreisverband ist seinen langjährigen Vorstandsmitgliedern in großer Dankbarkeit für die geleistete Arbeit verbunden und wünscht ihnen weitere erfolgreiche Jahre bei den Liberalen.

Neben den Nachwahlen standen an diesem Abend ein Vortrag von Johannes Schmalzl, dem Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Stuttgart und die programmatische Antragsberatung auf der Tagesordnung. Unter der Überschrift „Die Lust und Last Regierungspräsident zu sein“, berichtete Schmalzl von den Aufgaben, die er und sein Team im Regierungsbezirk übernehmen. „Die Forderung der Politik, Regierungsbezirke einzusparen, ist mir zu einfach.“, erklärte der dreifache Familienvater. Seine Behörde übernehme viele wichtige Funktionen, welche die Landesebene nicht übernehmen kann oder will. Dazu gehörten Aufgaben, wie die Marktüberwachung zur Produktsicherheit, Kampfmittelbeseitigung, aber auch die Evakuierung der Bevölkerung im Katastrophenfall, Durchsetzung des Naturschutzes oder eine Erfinderberatungsstelle. Durch diese Aufgabenvielfalt ist es kein Wunder, dass Schmalzls Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus ca. 120 verschiedenen Berufsfeldern kommen. Nicht zuletzt diese Abwechslung bedingt für den Verwaltungsjuristen die Lust an seinem Beruf.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der FDP geehrt, wurde Paul Stuhlmüller aus Gerlingen. Dieser ist seit 1973 als Schatzmeister des FDP Ortsverbands Strohgäu aktiv.

Abwechslungsreich verlief auch die programmatische Debatte. Im ersten Antrag beschloss die Kreismitgliederversammlung ein Papier mit der Aufforderung an den Landesvorstand, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Urwahlen zur Wahl der Spitzenkandidaten zu Bundes- und Landtagswahlen zu klären. Aus Sicht des Kreisverbandes sind Urwahlen anzustreben, um den internen Wettbewerb zu verbessern. Sollten die rechtlichen Fragen positiv geklärt werden können, so muss sich ein künftiger Landesparteitag mit dem Thema beschäftigen. Diskutiert wurde außerdem ein Antrag des Ortsvorsitzenden Tufan Tok aus Marbach/Bottwartal zum Kommunalwahlrecht für Migranten aus einem Staat, der nicht der Europäischen Union angehört.

 

Rouven Süpfle

Kreispressesprecher

 

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