Archive for Juli, 2012

Alexander Deicke kandidiert für die FDP im Wahlkreis Ludwigsburg zur Bundestagswahl 2013

Bundestagskandidat Alexander Deicke (links) mit Martin Müller, stellvertretender Kreisvorsitzender

(Ludwigsburg) Alexander Deicke konnte die Liberalen von sich überzeugen und wurde mit großer Mehrheit zum Kandidaten des Wahlkreis Ludwigsburg (265) für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Die Wahlkreiskonferenz der FDP Ludwigsburg kam am 19. Juli 2012 im ‚Württemberger Hof‘ zusammen.

Bevor der Familienvater 2009 der FDP beitrat, war er von der Tagespolitik enttäuscht. „Ich habe die Angewohnheit, die Dinge zu ändern, bevor ich mich lange darüber ärgere“, so Deicke auf der Wahlkreiskonferenz. Thematisch sieht Deicke, der als Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht praktiziert, seinen Schwerpunkt in der Finanzpolitik. Gerade hier sollte das Leistungs- und Verantwortungsprinzip künftig wieder gelten: „Wir brauchen konsolidierte Insolvenzen, auch für Banken und Staaten.“ Der Kreisvorsitzende Harald Leibrecht (MdB) steht bereits seit der zurückliegenden Wahlkreiskonferenz in Bietigheim-Bissingen für den Wahlkreis Neckar-Zaber (266) als Bewerber für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag fest. Damit sind die Plätze der liberalen Kandidaten im Landkreis Ludwigsburg vergeben.

Die Lauheit der Bürgerlichen beklagt

Gründungsakten der FDP-Vorgängerpartei, der Demokratischen Volkspartei DVP, an den Vaihinger Stadtarchivar übergeben

Am Montag sorgte ein vergilbtes Heft für Freude: Beim Vaihinger Stadtarchivar

Lothar Behr, der das Dokument seitdem verwahrt – und beim Vorstand des

Ortsverbands der FDP Vaihingen-Stromberg, der nun die Gründungsgeschichte

der Vorgängerpartei DVP professionell konserviert weiß.

 

VAIHINGEN (sr/p). Lothar Behr, Stadtarchivar in Vaihingen, und Jörg Dutt, Schatzmeister der FDP Vaihingen-Stromberg, beugen sich über ein angegilbtes Dokument. Mit Füller und teilweise in Sütterlinschrift ist in dem sichtbar alten Heft die Gründungsgeschichte der Demokratischen

Volkspartei im damaligen Kreis Vaihingen dokumentiert. In der Nachkriegszeit habe man zum Schreiben eben das genommen, was man Zuhause gehabt hat, sagt Behr mit Blick auf das Heft.

 

Die nach dem Zweiten Weltkrieg in den einst selbstständigen Ländern Württemberg und Baden neu gegründete Demokratische Volkspartei (DVP) ist als liberale Partei 1948 in der auf Bundesebene neu entstandenen Freien Demokratischen Partei (FDP) aufgegangen, schreibt zur Parteigeschichte

der FDP-Landesverband Baden-Württemberg. Die südwestdeutschen Liberalen würden im Landtag Baden-Württemberg auch deshalb heute noch als FDP/DVP Landtagsfraktion firmieren. Auf das Jahr

1946 datiert der erste Eintrag des geschichtsträchtigen DIN-A4-Heftes, es ist ein Rückblick. „Als erstmals im Oktober 1945 durch die Zeitungen die Nachricht ging, dass politische Parteien zugelassen werden sollen, fasste ich dies als einen Aufruf auf, der an mich gerichtet war“, schreibt Albert Eisenhardt, der später erster Ortsvorsitzender jener neu gegründeten Demokratischen Volkspartei werden sollte. Über die ersten Gründungsveranstaltungen und Parteisitzungen, Erfolge und Rückschläge wurde fortan Protokoll geführt. Veranstaltungsort war das Gasthaus Zum Karpfen in Mühlacker.

 

Die Anfänge der Demokratischen Volkspartei gestalteten sich schwierig. „Am 22.Dezember berief ich eine Gründungsversammlung der Demokratischen Partei ein, sie fand im Karpfen statt“, schreibt Eisenhardt. „Im Ganzen waren wir acht Personen. Trotz Plakatieren, trotz Ausrufen kamen nur drei Gäste. Ein glatter Misserfolg.“ Dieser sei das Ergebnis der bürgerlichen Gleichgültigkeit, schlussfolgerte Eisenhardt. „Diese Sorglosigkeit um die politische Gestaltung, diese Ablehnung, sich für die Allgemeinheit zu interessieren, diese Lauheit der Bürgerlichen trat mir überall entgegen.“

 

Eisenhardt: „So konnte ich in Vaihingen nicht einmal eine Ortsgruppe gründen, ja ich fand keinen Mann, der sich einwandfrei zu mir bekannte. Trotzdem trieb ich die Sache weiter.“ Am großen Versammlungstag, dem 20. Januar, hätten dann unter anderem „Konsul Bernhard in Maulbronn“ und

„Heuss in Vaihingen“ gesprochen. Doch auch erste Erfolgserlebnisse werden gewürdigt. Das Protokoll von einem Treffen im Gasthaus Zum Karpfen vom 10. Februar 1946 zeigt, dass „dem immerwährenden Drängen und Aufmuntern zur Mitarbeit am politischen Leben durch die Gründer der Ortsgruppe der erste schöne Wahlsieg in Mühlacker zu verdanken ist“. Sieben von 18 Sitzen habe die Demokratische Volkspartei erhalten.

 

Einen sehr guten Besuch mit 40 Zuhörern dokumentieren die Aufschriebe für eine Veranstaltung vom April 1948 mit einem Vortrag zum Thema „Einiges Europa – Utopie oder letzte Chance“. Eine Kreisverssammlung im September 1948 habe eine lebhafte Aussprache mit Wortmeldungen des Herrn Kreisrates Ritter, des Herrn Schulrates Schöffler und des Herrn Fabrikanten Conrad aus Vaihingen beinhaltet. Viele Veranstaltungen waren den drängenden Problemen der damaligen Zeit, wie der Lebensmittelversorgung, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Aufarbeitung der Ereignisse während der Nazi-Diktatur gewidmet.

 

Bis in die 50er-Jahre hinein reichen die Einträge in dem Heft, das der Ortsvorstand der FDP Vaihingen-Stromberg am Montag an Stadtarchivar Lothar Behr überreichte. „In mehr als 60 Jahren sind diese Unterlagen immer weitergegeben und ergänzt worden und wir wollen einfach sicherstellen,

dass sie ihrer Bedeutung entsprechend für die Nachwelt aufbewahrt und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, so der Ortsvorsitzende Roland Zitzmann.

 

Schatzmeister Jörg Dutt wurde das Heft einst überreicht „und nachher gehört’s Ihnen“, sagte er bei der Übergabe an Behr. Der Schwerpunkt des Schriftverkehrs habe in Mühlacker stattgefunden, das damals Teil des Kreises Vaihingen war, räumte Dutt ein. Doch im Vaihinger Archiv sei das Dokument „natürlich an der richtigen Stelle“, befand Archivar Behr.

 

Im Vaihinger Stadtarchiv kann das Dokument zu den Öffnungszeiten eingesehen werden. Diese sind: Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr, Dienstag 14 bis 16.30 Uhr, Donnerstag 14 bis 18 Uhr. Zeitungsbericht herunterladen

FDP-Funktionäre Dagmar Holzberg, Dutt, Zitzmann und Archivar Behr (von links) bei der Überreichung des Dokuments am Eingang des Vaihinger Stadtarchivs. Fotos: Rücker

Gründungsakten der FDP-Vorgängerpartei, der Demokratischen Volkspartei DVP, an den Vaihinger Stadtarchivar übergeben

FDP-Funktionäre Dagmar Holzberg, Dutt, Zitzmann und Archivar Behr (von links) bei der Überreichung

FDP-Funktionäre Dagmar Holzberg, Dutt, Zitzmann und Archivar Behr (von links) bei der Überreichung

Am Montag sorgte ein vergilbtes Heft für Freude: Beim Vaihinger Stadtarchivar Lothar Behr, der das Dokument seitdem verwahrt – und beim Vorstand des Ortsverbands der FDP Vaihingen-Stromberg, der nun die Gründungsgeschichte der Vorgängerpartei DVP professionell konserviert weiß.

VAIHINGEN. Lothar Behr, Stadtarchivar in Vaihingen, und Jörg Dutt, Schatzmeister der FDP Vaihingen-Stromberg, beugen sich über ein angegilbtes Dokument. Mit Füller und teilweise in Sütterlinschrift ist in dem sichtbar alten Heft die Gründungsgeschichte der Demokratischen Volkspartei im damaligen Kreis Vaihingen dokumentiert. In der Nachkriegszeit habe man zum Schreiben eben das genommen, was man Zuhause gehabt hat, sagt Behr mit Blick auf das Heft.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg in den einst selbstständigen Ländern Württemberg und Baden neu gegründete Demokratische Volkspartei (DVP) ist als liberale Partei 1948 in der auf Bundesebene neu entstandenen Freien Demokratischen Partei (FDP) aufgegangen, schreibt zur Parteigeschichte der FDP-Landesverband Baden-Württemberg. Die südwestdeutschen Liberalen würden im Landtag Baden-Württemberg auch deshalb heute noch als FDP/DVP Landtagsfraktion firmieren. Auf das Jahr 1946 datiert der erste Eintrag des geschichtsträchtigen DIN-A4-Heftes, es ist ein Rückblick. „Als erstmals im Oktober 1945 durch die Zeitungen die Nachricht ging, dass politische Parteien zugelassen werden sollen, fasste ich adies als einen Aufruf auf, der an mich gerichtet war“, schreibt Albert Eisenhardt, der später erster Ortsvorsitzender jener neu gegründeten Demokratischen Volkspartei werden sollte. Über die ersten Gründungsveranstaltungen und Parteisitzungen, Erfolge und Rückschläge wurde fortan Protokoll geführt. Veranstaltungsort war das Gasthaus Zum Karpfen in Mühlacker.

Die Anfänge der Demokratischen Volkspartei gestalteten sich schwierig. „Am 22.Dezember berief ich eine Gründungsversammlung der Demokratischen Partei ein, sie fand im Karpfen statt“, schreibt Eisenhardt. „Im Ganzen waren wir acht Personen. Trotz Plakatieren, trotz Ausrufen kamen nur drei Gäste. Ein glatter Misserfolg.“ Dieser sei das Ergebnis der bürgerlichen Gleichgültigkeit, schlussfolgerte Eisenhardt. „Diese Sorglosigkeit um die politische Gestaltung, diese Ablehnung, sich für die Allgemeinheit zu interessieren, diese Lauheit der Bürgerlichen trat mir überall entgegen.“

Eisenhardt: „So konnte ich in Vaihingen nicht einmal eine Ortsgruppe gründen, ja ich fand keinen Mann, der sich einwandfrei zu mir bekannte. Trotzdem trieb ich die Sache weiter.“ Am großen Versammlungstag, dem 20. Januar, hätten dann unter anderem „Konsul Bernhard in Maulbronn“ und „Heuss in Vaihingen“ gesprochen. Doch auch erste Erfolgserlebnisse werden gewürdigt. Das Protokoll von einem Treffen im Gasthaus Zum Karpfen vom 10. Februar 1946 zeigt, dass „dem immerwährenden Drängen und Aufmuntern zur Mitarbeit am politischen Leben durch die Gründer der Ortsgruppe der erste schöne Wahlsieg in Mühlacker zu verdanken ist“. Sieben von 18 Sitzen habe die Demokratische Volkspartei erhalten.

Einen sehr guten Besuch mit 40 Zuhörern dokumentieren die Aufschriebe für eine Veranstaltung vom April 1948 mit einem Vortrag zum Thema „Einiges Europa – Utopie oder letzte Chance“. Eine Kreisverssammlung im September 1948 habe eine lebhafte Aussprache mit Wortmeldungen des Herrn Kreisrates Ritter, des Herrn Schulrates Schöffler und des Herrn Fabrikanten Conrad aus Vaihingen beinhaltet. Viele Veranstaltungen waren den drängenden Problemen der damaligen Zeit, wie der Lebensmittelversorgung, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Aufarbeitung der Ereignisse während der Nazi-Diktatur gewidmet.

Bis in die 50er-Jahre hinein reichen die Einträge in dem Heft, das der Ortsvorstand der FDP Vaihingen-Stromberg am Montag an Stadtarchivar Lothar Behr überreichte. „In mehr als 60 Jahren sind diese Unterlagen immer weitergegeben und ergänzt worden und wir wollen einfach sicherstellen, dass sie ihrer Bedeutung entsprechend für die Nachwelt aufbewahrt und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, so der Ortsvorsitzende Roland Zitzmann.

Schatzmeister Jörg Dutt wurde das Heft einst überreicht „und nachher gehört’s Ihnen“, sagte er bei der Übergabe an Behr. Der Schwerpunkt des Schriftverkehrs habe in Mühlacker stattgefunden, das damals Teil des Kreises Vaihingen war, räumte Dutt ein. Doch im Vaihinger Archiv sei das Dokument „natürlich an der richtigen Stelle“, befand Archivar Behr.

Im Vaihinger Stadtarchiv kann das Dokument zu den Öffnungszeiten eingesehen werden. Diese sind: Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr, Dienstag 14 bis 16.30 Uhr, Donnerstag 14 bis 18 Uhr.

Text und Bild von Frau Sabine Rücker (VKZ), Veröffentlichung genehmigt am 23.07.2012